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  bonn.de am 15. Oktober 2004:
IKBB-Wettbewerb entschieden – Baubeginn 2005 geplant – Modellwahl ist noch offen

Der berühmte Bonner Plenarsaal von Behnisch bekommt einen Partner. Vis a Vis dem gläsernen Quadrat entsteht ein Kongresssaal für 3500 Teilnehmer (parlamentarische Bestuhlung) sowie ein Hotel mit 320 Betten. Das neue Kongresszentrum wird vor allem auf die Bedürfnisse der Vertragsstaatenkonferenzen der Vereinten Nationen zugeschnitten, die Säle sollen aber auch multifunktional nutzbar sein.

Der Baubeginn ist für 2005 geplant, die Bauzeit ist auf zwei Jahre angesetzt. Der Architektenwettbewerb für das Internationale Kongresszentrum Bundeshaus Bonn (IKBB) ist beendet, die Frage, was dort gebaut wird, aber noch nicht endgültig beantwortet. Fest steht, das Büro YES ARCHITECTURE aus München erhielt den ersten Preis, über den sich die Inhaberinnen, Professorin Ruth Berktold und Marion Wicher, freuen durften. Drei weitere Arbeiten wurden auf die Plätz zwei bis vier gesetzt, fünf Arbeiten erhalten Auszeichnungen. Das Preisgericht unter Leitung von Professor Kunibert Wachten beschloss, die drei ersten Preise überarbeiten und vor allem unter wirtschaftlichen Aspekten vertieft untersuchen zu lassen. Erst danach fällt die Entscheidung, welches Projekt im ehemaligen Parlamentsviertel der Bundesrepublik Deutschland errichtet werden wird.

Das Preisgericht hatte unter 33 Arbeiten auszuwählen, die ein anspruchsvolles Mixtum von Anforderungen erfüllen mussten: Gefordert waren der Bau eines Internationalen Kongresszentrums mit anspruchsvollen Sälen und Foyers, eines Fünf-Sterne-Hotels, das auch außerhalb von Kongressen frequentiert wird, Flächen für Einzelhandel und Büros. Gleichzeitig sollte Rücksicht genommen werden auf denkmalgeschützte Gebäude, vor allem auf die ehemaligen Abgeordnetenwohnungen.

Den Wettbewerbssiegerinnen, so Prof. Wachten, sei es gelungen, eine hochkomplexe Aufgabe mit Sensibilität für den Ort und die Historie zu lösen. Beeindruckend sei vor allem die Verknüpfung zu Behnischs Plenarsaal durch Verzicht auf Höhe und durch die großzügige Foyerlösung, die sich aus dem Behnisch-Foyer heraus entwickelt. Der Plan habe dennoch ein eigenständiges Gesicht, zeige mit dem 15stöckigen Hotel keine Allerweltsarchitektur und gehe sensibel mit der Umgebung um.

Bonns Oberbürgermeister Bärbel Dieckmann bezeichnete das Wettbewerbsergebnis als wichtig für Bonn. Die Stadt habe lange gewartet, bis dieser schwierige Prozess durch das Preisgericht einen vorläufigen Abschluss gefunden habe. Das Zentrum sei von herausragender Bedeutung für das internationale Bonn und den UNO-Campus. Es werde Anziehungskräfte auf internationale Konferenzen entwickeln. Dieckmann: „Ich kenne viele Kongresszentren in der Welt, Bonn wird zu den schönsten gehören.“

Staatssekretär Tilo Braune vom Bundesministerium für Verkehr-, Bau- und Wohnungswesen, wie Bärbel Dieckmann Mitglied des Preisgerichts, begrüßte das Ergebnis. Der Bund habe großes Interesse, dass sich Bonns erfolgreicher Strukturwandel auch langfristig fortsetze. Dazu gehöre auch der Ausbau Bonns „zu Deutschlands Stadt der Vereinten Nationen und ein international anerkanntes Kongresszentrum, das große UNO-Tagungen ermöglicht.“ Der Bund habe Bonn für dieses Projekt Grundstücke im Wert von 43,5 Millionen Euro und Ausgleichsmittel in Höhe von über 23 Millionen Euro zur Verfügung gestellt. Braune ist überzeugt, Bonn erhält mit dem Neubau die Chance, „ganz oben im Internationalen Kongressmarkt mitzuspielen.“ Dies werde der Bundesstadt, der regionalen Wirtschaft, den Vereinten Nationen und dem internationalen Ansehen Deutschlands gut tun“, betonte Braune. Der Staatssekretär begrüßte auch das ppp-Modell zur Verwirklichung des Zentrums durch das Zusammenbinden von öffentlicher Hand und privaten Unternehmen. Für den Bau stehen netto 70 Millionen Euro zur Verfügung.


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